
Für den Turm der Dunkelelfen erschien mir eine einfache zylindrische Form nicht passend. Deshalb suchte ich nach einer Möglichkeit, den Turm sechseckig aufzubauen und dies statisch möglichst korreckt. Für eines von sechs Wandelementen der oberen Hälfte des Turms, erstellte ich mir eine Negativform aus Blechstreifen, die ich auf eine Blumenvase befestigte. Hier war es wichtig die seitlichen Streifen in einem Winkel von 60° zur Vase anzubringen (Bild 1+2), damit sie beim späteren zusammenfügen, passgenau waren.
In der negativen "Dimenson" zu denken, kann manchmal eine weitere Option sein und eröffnet dem Modellbauer neue Möglichkeiten!

Diese Negativform (1+2) goß ich mit Stewalin (Figuren-Gießmasse, ähnlich wie Gips, nur flüssiger und am Ende viel härter) aus. So erhielt ich das erste Wandelement, welches ich nun noch, mit Sandpapier, zurechtschliff. Aus diesem Element stellte ich eine weiche Form aus Silikon-Kautschuk her, um das Teil insgesamt sechs mal, gießen zu können. (Bild 3+4) 
Mit Metaldraht stifftete ich nun die sechs Wandelemente und fügte sie mit Hilfe von viel! flüssigem Sekundenkleber zusammen (Bild 5). Wer Stewalin mit flüssigem Sekundenkleber zusammenfügt muß sehr sehr schnell vorgehen, denn es bleiben kaum mehr als 2 Sekunden Zeit, um die Teile nächträglich auszurichten, da der Sekundenkleber schnell in das poröse Gefüge des Stewalin einzieht. Danach hält die Klebestelle für die Ewigkeit. Um die Lücken der äußeren Kanten zu füllen mußte ich zuerst die zu bearbeitenden Kanten mit viel Wasser benetzen, weil sonst keine gute Verbindung zwischen dem harten und dem neuen, flüssigen Stewalin, zustande gekommen wäre. Ich füllte nun die Lücken mit frisch angemischtem Stewalin auf und zog zuviel aufgetragenes wieder vorsichtig ab(Bild 6). 
Nach völligem Aushärten, das ist nach etwa 2 Stunden der Fall, schliff ich mich vorsichtig zu jeder, der sechs Kanten hin. Nun war das obere Grundelement des Turms angefertigt (Bild 7). Die untere Hälfte wurde auf die selbe Weise hergestellt, nur benutzte ich anstatt einer Vase, eine mehr zylindrische Form, als Negativ.
Um eine gleichmäßig dicke Stewalin-Platte zu erhalten, legte ich links und rechts je zwei Münzen auf eine starren Folie, platzierte dazwischen einen Klecks Stewalin und drückte diesen mit einer weiteren Folie platt, bis sie auf den Münzen auflag (Bild 8). Aus dieser Platte schnitzte ich, mit Hilfe von Bastelmessern, Bohrern und Sandpapier den ersten Zacken, der Turmkrone (Bild 9). 
Wieder erstellte ich mir eine weiche Form aus Silikon-Kautschuk her, um weitere fünf Zacken casten zu können. Die Stiftverbindungen bettete ich hier gleich ein, was mir ein späteres stiften ersparte (Bild 10+11).
Auch bei den Eckteilen der Brüstung ging ich wie zuvor beschrieben vor. Den "Prototyp" (Bild 12) erhielt ich, indem ich dunkelelfentypische Verziehrungen, mit Green-stuff, auf ein Eckteil aus Stewalin modellierte. Aus Karton stellte ich danach die äußere Begrenzung der Negativform her. Ich drückte die Begrenzung auf Plastiline, wodurch die Form abgedichtet war. Auf diese Weise verhinderte ich ein späteres ausfließen der Silikon-Masse am unteren Rand des Kartons. Um die Position des Eckteils in der Negatiform klar zu definieren befestigte ich einen Drahtbügel. Er hat ein eventuelles Einsinken des Teils verhindert (Bild 13). Bei so filigranen Details wie dem Schädel und den Verziehrungen ist es ratsam, diese mit dem angerührten Silikon-Kautschuk zuerst einzustreichen, damit alle Ecken und Kanten richtig abgeformt werden (Bild 14). 
Die Karton-Form füllte ich danach bis zur Hälfte und drückte das vorbehandelte Eckteil hinein, bis der Bügel auf dem Karton auflag (Bild 15). In den Bildern 16 + 17 sind die Brüstungsteile zu sehen, die auf die gleiche, zuvor beschriebene Weise entstanden sind. 
Ein Überblick auf die Bauteile, die bis dahin schon entstanden waren (Bild 18).
Mit Hilfe von Bastelmessern, Schleifmaschine, Feilen und Sandpapier arbeitete ich den Bogen der Tür heraus. Ich ritzte zudem eine Holzmaserung auf das Türblatt auf (Bild 19). Auf das Türblatt modellierte ich Beschläge mit Green-stuff und einem Schädel aus Kunstoff (Bild 20).
In Bild 21 ist das "Penthouse" des Turm zu sehen. Man kann hier die zusammengefügten Brüstungselemente gut erkennen. Die Fließen-Optik wurde mit einem Bastelmesser eingeritzt. Ich ergänzte diese Ebene mit einer Falltür aus Green-stuff und Kartonstreifen. Bei den einzelnen Stufen für die Treppe ging ich wieder mit der Negativ-Form-Methode vor, Goß ein Duzent davon aus und ritzte Fugen für ein realistischeres Aussehen ein (Bild 22). 
Auch die Aplikationen auf den Seitenwänden der oberen Turmhälfte wurden gegossen. Um diese Teile auf den Untergrund einzubinden, verfugte ich die Ecken (Bild 23+24).
Zu dem Zeitpunkt als Bild 25 entstand, war der Turm schon größtenteils zusammengesetzt und auf dem Holzsockel montiert. Die Treppe war schon befestigt und die Wand and der Treppe schon anmodelliert. Die Drahtstifte dienten als Anker für den folgenden Guß der Terasse und die Styrodur-Teile als Platzhalter (Ohne diese Platzhalter wäre das Diorama auf ein Gewicht von 5kg zugesteuert).
Danach brachte ich eine Schalung an, wofür ich wieder starres 1mm-dicke Kunstoff-Folie verwendete. Hierbei mußte ich besonders auf die Dichtheit der Schalung achten, damit das flüssige Stewalin, während des Gießens, nicht auslaufen konnte. Die Kanthölzer hielten die Schalung mithilfe der Haushaltsgummis in Position (Bild 26).
Nachdem das Stewalin ausgehärtet war, entfernte ich die Schalungsteile, schliff die Formen noch etwas zurecht und ritzte auch hier wieder Fugen für eine Fließen-Optik ein. An den Wandbereichen ging ich ebenso vor, nur mit dem Ziel der Darstellung eines Mauerwerks (Bild 27). Später wurde eine Treppe in der vorgesehenen Aussparung integriert. 
Die Brücke entstand mit Hilfe einer Grundform aus Styrodur, welche ich mit Stewalin in einer Stärke von etwa 5mm, gleichmäßig aufschichtete. Mauerwerk wurde eingeritzt und mit Kratzern und Narben versehen. Die Brücke wurde anschließend mit flüssigem Sekundenkleber befestigt (Bild 28). Die Lauffläche der Brücke wurde ebenfalls mit etwa 5mm Dicke aufgeschichtet. 
Nun wurde der Rohbau teilweise Abgeklebt (Bild 29). Ich bestrich den gesamten noch freien Bereich zweimal mit etwas verdünntem Bastelleim. Die erste Schicht Bastelleim hatte die Aufgabe, die poröse Oberfläche des Stewalin zu schließen. Die zweite Schicht war zur Fixierung des Putzes verantwortlich. Für den Putz verwendete ich Vogelsand, aus dem ich die groben Stücke ausgesiebt hatte. Nachdem zweiten Auftragen des Bastelleims streute ich großzügig den Sand über die bestrichenen Flächen. Nach dem Abbinden des Leims, klopfte ich den überschüssigen Sand vom Diorama. Man sollte bei diesem Arbeitsvorgang ganz besonders auf einen gleichmäßigen Leim-Auftrag achten, da sonst die Flächen unförmig werden können. 
Für die Herstellung der Geländer klebte ich zuerst einen Rahmen aus Holzstiften (Zahnstocher) und Draht zusammen. Die Ornamente wurden mit Green-stuff und Pro Create zwischenmodelliert (Bild 30+31). Damit die einzelnen Ornament-Teile zusammenpassten, mußte ich zuerst die Kringel aus Modelliermasse legen und danach in weichem Zustand in die Rahmen zwischenfügen. Nur auf diese Weise hatte ich noch die Möglichkeit, die einzelnen Teile, harmonisch miteinander auszurichten.
Dieser Arbeitsschritt war mit einer der nervigsten bei diesem Projekt. Wer Geländerelemente auf die selbe Weise herstellen möchte, dem sei gesagt: Geduld und Nerven behalten!

In Bild 32 ist der, schon mit schwarzem und weißem Spray, grundierte Rohbau zu sehen. Zuvor wurden alle abgeklebten Bereiche wieder freigelegt. Man kann hier die schroffe, raue Oberfläche des Turms gut erkennen. Die Zacken der Turmkrone, sowie alle Geländerteile wurden separat bemalt und später befestigt.

Da das Diorama mit seinen 9 Miniaturen am Ende doch etwas leer wirkte, sorgte ich mit einigen Fässern, Truhen und Kisten für etwas Füllgut. Sie wurden ebenfalls gecastet, was sehr viel Zeit ersparte (Bild 33).
Während der Bemalung hatte ich nicht die Möglichkeit zwischendurch Bilder zu machen, da ich zunehmend unter Zeitdruck geriet. Das Geländestück wurde wesentlich anders bemalt, als meine Miniaturen. Das Licht wurde im groben durch das weiße Grundierspray aufgesprüht. Die Bemalung geschah dann mit 4 Grundfarben (scorched brown, catachan green, bubonic brown und scab red), die ich zu Lasuren verdünnte. Die großen Flächen wurden zuerst mit Wasser bestrichen und danach mit den Lasuren bearbeitet. Ich trug die Lasuren unwillkürlich auf und mischte diese auch Teilweise auf den Flächen des Dioramas zusammen. Nach diesem Schritt arbeitete ich nochmals die Lichter heraus, doch diesesmal mit dem Pinsel und mit reinem, sehr verdünntem skull white.
